In die Stille kommen

Unser Verstand ist heute in vieler Hinsicht überfordert. Viele Probleme erscheinen so kompliziert, dass wir keine befriedigende Lösung mehr erkennen. Das erleben wir in der Politik, im Gesundheitswesen, in unseren Familien und ebenso bei ganz persönlichen Fragen und Schwierigkeiten.

Wir denken nach, wägen ab und suchen nach Antworten. Doch häufig bewegen sich unsere Gedanken immer wieder auf denselben vertrauten Bahnen. Wir kommen nicht weiter.

Jenseits unseres Verstandes gibt es jedoch noch eine andere, vielen Menschen kaum bekannte Kraft: eine Kraft des Ausgleichs und der Gerechtigkeit, der Liebe und der Verbundenheit. Aus ihr können unerwartete Einsichten und kreative Lösungen entstehen.

Doch wie können wir mit dieser Kraft in Berührung kommen?

Ein Weg dorthin führt über die Stille.

Was bedeutet Stille?

Vor Kurzem erlebte ich in einer Kirche eine Einladung, fünf Minuten in die Stille zu gehen. Dabei wurde mir erneut bewusst: Nur weil äußerlich nicht gesprochen wird, entsteht nur selten eine wirkliche innere Stille. Bei vielen Menschen läuft der gewohnte Gedankenstrom einfach weiter. Die Gedanken wandern in die Vergangenheit und beschäftigen sich mit Erlebnissen, die längst vorbei sind. Dann richten sie sich wieder auf die Zukunft und auf alles, was möglicherweise geschehen könnte. Wir machen uns Sorgen, suchen nach Lösungen oder wiederholen innerlich das, was wir schon oft gedacht haben. Jeder Mensch bewegt sich dabei in seinen eigenen Gedankenwelten. Diese werden von persönlichen Erfahrungen, Einstellungen, Überzeugungen und Vorlieben geprägt.

Stille ist für mich der Raum jenseits dieses unaufhörlichen Gedankenstroms, ein möglichst gedankenleerer Raum. Um ihn zu erreichen, benötigen viele Menschen zunächst eine Anleitung.

Der Weg in die Stille

Nach meiner Erfahrung gelingt der Weg in die Stille besonders gut durch eine zweifache Ausrichtung unserer Wahrnehmung, nämlich durch cie Konzentration unserer Aufmerksamkeit auf unseren Atem und auf unsere Körpergefühle.

Den Atem bewusst beobachten

Zunächst richten wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Atem. Wir nehmen jeden einzelnen Atemzug bewusst wahr: Einatmen und Ausatmen. In jedem Augenblick wissen wir, ob wir gerade einatmen oder ausatmen. Wir müssen dabei den Atem nicht beeinflussen. Der Atem darf genauso fließen, wie er von selbst fließen möchte. Wir beobachten ihn nur. Indem wir uns auf den Atem konzentrieren, lösen wir unsere Aufmerksamkeit allmählich vom gewohnten Gedankenstrom. Wir wenden uns dieser lebendigen inneren Tätigkeit zu, die immer für uns da ist.

Die Körpergefühle wahrnehmen

Gleichzeitig spüren wir, was wir in unserem Körper wahrnehmen können. Vielleicht fühlen wir wie wir sitzen, die Wärme oder Kälte, Ruhe oder Unruhe, Leichtigkeit, Anspannung, Druck oder was auch immer. Alles darf genau so sein, wie es jetzt gerade ist. Da wir unseren  Atem und unsere Körpergefühle so wahrnehmen, wie sie jetzt gerade sind, kommen wir in unsere Mitte und sind in diesem Moment weitgehend einverstanden mit unserem Dasein. So können wir uns öffnen für das, was geschehen möchte.

Ein persönliches Anliegen einbringen

Aus dieser inneren Stille heraus können wir mit einem einzigen Gedanken ein Problem oder ein persönliches Anliegen einbringen. Manchmal zeigt sich eine Möglichkeit, an die wir zuvor nicht gedacht haben. Es können kreative Lösungen und überraschende Einsichten auftauchen, die uns weiter bringen.

In die Ruhe finden

Aber auch ohne ein Anliegen ist das Eintreten in den Raum der Stille heilsam, weil wir aus dem Alltagsgetriebe in die Ruhe kommen, und vielleicht auch gegebenenfalls vorhandenen Stress abbauen können.

In meinem neuen Video auf youtube lade ich dich deshalb dazu ein, gemeinsam mit mir zehn Minuten in die Stille zu gehen. Ich leite dich an, deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem und deine Körpergefühle zu richten.

Das Video kannst du HIER ansehen oder durch Klicken auf folgenden Link:

https://www.youtube.com/watch?v=08E02ID75hM

Alles Gute auf deinem Weg zu dir selbst

wünscht dir

der Claus

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